Die Krimihomepage | Das deutschsprachige Fernsehkriminalspiel | 1959 | Ein unbeschriebenes Blatt

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Ein unbeschriebenes Blatt

Erstsendung (ARD):
Sonntag, 24.05.1959, 20.45 Uhr

Regie:
Rolf Hädrich

Dauer:
70'

Inhalt

Der Ehemann von Geneviève Vacquelin hat Selbstmord begangen. Auf einem Schreibblock neben dem Toten findet man einen Abschiedsbrief. Nacheinander erfährt der Zuschauer mehrere Versionen, wie Monsieur Vacquelin ums Leben gekommen ist. Kommissar Bernu und Inspektor Constant bearbeiten den Todesfall. Während der Inspektor den Selbstmord akzeptiert, kommt der Kommissar bald dahinter, dass es sich um Mord handelt. Das Dienstmädchen der Vacquelins scheint eine undurchsichtige Rolle zu spielen. Schließlich wird Pierre Ferraud, Mme. Vacquelins reicher Liebhaber, verhaftet. Obwohl er den Mord gesteht, lässt Bernu nicht locker. Ihn beschäftigt der mysteriöse Abschiedsbrief. Warum und von wem wurde er geschrieben? (Text © JO, Die Krimihomepage)

Kritik

Gong 23/1959, Seite 21: "Das unbeschriebene Blatt von J. P. Conty ist gar nicht mehr so unbeschrieben: unter dem Titel 'Es war alles ganz anders' gibt es die Geschichte dieser verwickelten Mordaffäre in jeder Buchhandlung als Taschenbuch zu kaufen. Mit einem kleinen, wichtigen Unterschied freilich: im Roman sinken sich Pierre und Geneviève am Schluss gerüht in die Arme. Die Fernsehfassung aber lässt zumindest erkennen, dass dem Liebhaber die kaltblütige Berechnung der Mörderin, die leer und wehmütig in die Kamera starrt, schließlich doch über die Hutschnur geht. Dieser kleine, nachträgliche Tropfen Moral schwächt die undelikate Handlung zwar etwas ab, täuscht aber doch nicht darüber hinweg, dass die Fabel auf recht unerfreulichen menschlichen Verhältnissen aufgebaut und durch eine psychologisch höchst unwahrscheinliche Edelromanze verbrämt ist. Eigenartigerweise wirkte das Spiel trotz seiner überraschenden Schlusspointe auch atmosphärisch nicht dicht. Es war alles ein bisschen zu scharf ausgeleuchtet, und das Beklemmende, Unheimliche einer Krimihandlung blieben uns der Autor wie auch der Regisseur schuldig, obwohl das Stück handwerklich sauber inszeniert war. Ähnliches lässt sich von der Darstellung sagen. Auch hier gab es Leistungen, die sich sehen lassen konnten, obwohl sie den Zuschauer nicht zu erschüttern vermochten."
Hörzu 24/1959, Seite 44: "Die Unterhaltung der Woche bestritt ein gutgebauter Kriminalreißer, in dem Gisela Trowe bemerkenswerten Mut zur aparten Hässlichkeit zeigte, in dem Konrad Georg einen bis zum Schluss recht undurchsichtigen Ehemann verkörperte und Hans Nielsen einen allzu selbstsicheren Kriminalkommissar. Bemerkenswert, wie der Verfasser des Stücks immer noch eine neue Pointe auf die alte setzte."

Zusätzliche Infos & Hintergrundinfos

Konrad Georg (1914-1987) wurde vor allem durch seine Rolle als Kriminalkommissar Werner Freytag in der zwischen 1963 und 1965 produzierten 39teiligen Fernsehserie "Kommissar Freytag" bekannt. Er wollte ursprünglich Priester werden, entschied sich dann aber doch für den Schauspielberuf, den er 1934 zu erlernen begann. Größte Popularität genoss er auch nach seinem Auftritt als Geheimdienstchef Charles Ross in den Francis-Durbridge-Mehrteilern "Tim Frazer" und "Tim Frazer-Der Fall Salinger".
1968 entstand ein ZDF-Remake unter dem Titel "Ein Abschiedsbrief".

Stab

 

Besetzung Aufnahmestab
Geneviève Vacquelin Gisela Trowe
Pierre Feraud Konrad Georg
Kommissar Bernu Hans Nielsen
Insepktor Constant Carl Duering
Aline, Hausmädchen bei Vacquelins Edeltraut Elsner
Putzfrau bei Ferraud Maria Fauser
Kriminalassistent Peter Schmitz
Polizeiarzt Heinrich Beuckelmann
Concierge im Hause Ferraud Maria Madlen Madsen
Kriminalspiel von J. P. Conty
Szenenbild Horst Klös
Regie Rolf Hädrich
eine Produktion des Hessischen Rundfunks

Diese Seite wurde zuletzt bearbeitet am: 12.07.2016

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