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Ein Mann ist soeben erschossen worden

Erstsendung (ARD):
26.07.1964

Regie:
Edward Rothe

Dauer:
81'

Inhalt

Andrés Laplana, ein Arzt, ist der langjährige Liebhaber von Silvia Bengoa. Als ihr Mann Eladio, ein Werftbesitzer und Industrieboss, die beiden überrascht, bleibt er verdächtig ruhig. Der Mann steht nämlich vor dem Bankrott und verzichtet auf Rache. Stattdessen schlägt er dem spanischen Arzt Andrés Laplana ein Komplott vor: er soll ihm einen Totenschein ausstellen, damit er - Eladio - ein neues Leben mit dem Geld aus der Lebensversicherung beginnen kann. Andrés geht auf den Vorschlag ein. Niemand ahnt, dass Eladio sich in die Schweiz abgesetzt hat und an seiner Stelle zwei Sandsäcke beerdigt wurden. Ein Jahr später taucht in dem kleinen spanischen Ort Comisario Ruíz aus Madrid auf, der im Auftrag einer Versicherung herausfinden soll, ob Eladio tatsächlich an einem Herzversagen gestorben ist. Es sind nämlich anonyme Briefe aufgetaucht, in denen behauptet wird, der Werftbesitzer sei mit Arsen vergiftet worden. Comisario Ruíz will die Leiche exhumieren lassen. Eine Katastrophe für Dr. Andrés Laplana, der nun fürchten muss, dass alles auffliegt. Doch bei der Exhumierung findet man tatsächlich eine Leiche in Bengoas Grab... (Text: © GP, Die Krimihomepage)

Kritik

Ein teuflisches Komplott: voller überraschender Wendungen.
Hörzu 33/1964, Seite 46 schreibt: "Saloms "Ein Mann ist soeben erschossen worden" ist nicht schlecht. Es hat Spannung, die Handlung ist raffiniert konstruiert. Nur der Schluss ist Krimi-Klischee. Aber die Inszenierung! Die verschlungenen Pfade des Autors wurden zu einer schnurgeraden Asphaltstraße plattgewalzt - vor allem durch den jovial polternden "Kommissar" Walter Richters, der alles niederbrüllte und aus dem Stück eine Gruselposse machte".
Gong 33/1964, Seite 19 schreibt: "Dreiecksgeschichte, Kriminalspiel, gesellschaftskritisches Schauspiel: das aus dem Spanischen übersetzte und von Regisseur Edward Rothe inszenierte Stück Jaime Saloms bot die verschiedensten Aspekte und führte doch keinen davon auch nur einigermaßen konsequent durch. Dieses krause, mit Gruseleffekten durchsetzte und mit klebriger Moral getünchte Gemisch entsprach auch nicht den Vorstellungen einer Komödie, um deretwillen man als Zuschauer bereit wäre, psychologische Fehler und Missverhältnisse zur Wirklichkeit in Kauf zu nehmen. Als Kriminalsatire in der Art des Spielfilms "Scheidung auf italienisch" ist dieses Stück wahrscheinlich gedacht. Die WDR-Inszenierung vermittelte dann allerdings ein völlig schiefes Bild davon, indem sie es zu seriös-bedeutungsschwer auffasste und zu schwerfällig darbot. Auf diese Weise trat das Nichtmotivierte und Konstruierte der Handlung erschreckend und peinlich deutlich zutage. Einen makabren Reigen vollführten Peter Pasetti als betrogener Betrüger und ermordeter Mörder, Walter Richter als naiv-lächelnder Kriminalkommissar und die zur Norne verfremdete eifersüchtige Sprechstundenhilfe Gloria von Marlene Riphahn. Wolfgang Weiser und Gerlinde Locker zogen sich so geschickt aus der Affäre, wie es unter der Last dieser Ungereimtheiten noch möglich war".

Zusätzliche Infos & Hintergrundinfos

Der Spanier Jaime Salom ist in seiner Heimat einer der bekanntesten Bühnenautoren. Viele seiner Stücke wurden verfilmt, außerdem war er mitunter als Drehbuchautor tätig. "Ein Mann ist soeben erschossen worden" (Theatertitel: Das Komplott) wurde unter Thomas Engels Regie 1984 neuverfilmt, in den Hauptrollen agierten Hannelore Elsner, Robert Atzorn, Erik Schumann und Georg Thomalla. Auch im Fernsehen der DDR lief eine Version des Stücks, und zwar unter dem Titel "Bengoa" am 19.04.1966 in der Regie von Hilmar Elze.
Die vorliegende Version mit Gerlinde Locker wurde am 26.05.1965 im Vormittagsprogramm der ARD wiederholt.

Stab

 

Besetzung Aufnahmestab
Silvia Bengoa Gerlinde Locker
Dr. Andrés Laplana Wolfgang Weiser
Eladio Bengoa Walter Richter
Comisario Ruíz Peter Pasetti
Señorita Gloria Marlene Riphahn
Kriminalstück von Jaime Salom
aus dem Spanischen von Conrado Arco
Kamera Hans Braun
Musik Werner Haentjes
Szenenbild Adalbert Hartel
Produktion Wilhelm Semmelroth
Regie Edward Rothe
eine Produktion des WDR

Diese Seite wurde zuletzt bearbeitet am: 31.10.2014

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