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Der Mann aus Kanada

Klassiker des
Fernsehkriminalspiels

Erstsendung:

13.08.1967 (DFF 1)

Dauer:

88'45''

Regie:

Rudi Kurz

Besetzung

Margit Steiner

Annekathrin Bürger

Inge Karsten

Kati Székely

Horst Karsten

Alfred Struwe

Major Seidel

Rudolf Ulrich

Hauptmann Kranz

Herbert Köfer

Braun

Hannjo Hasse

Major Sander

Jürgen Frohriep

Müller

Joachim Tomaschewsky

Oberleutnant Kämpf

Ezard Haußmann

Leutnant Schütz

Heinz Behrens

Wellmann, Altstoffhändler

Hans Klering

Hellmer

Otto Stark

Herbert Riedmüller

Horst Schön

Stock

Werner Röwekamp

Pilz

Horst Friedrich

Meise

Ralph Boettner

?

Jochen Diestelmann

?

Evelyn Exner

Dokumentenfälscher

Hans Flössel

?

Horst Gill

Telefonunteroffizier

Hans-Joachim Glaeser

1. Mann im Wagen

Siegfried Loyda

ein Funker

Kurt Müller-Reitzner

ein westdeutscher Agent

Günter Ott

2. Mann im Wagen

Horst Schäfer

Sekretär

Hans Sievers

Aufnahmestab

Ein Fernsehfilm von

Rudi Kurz
Hans von Oettingen

Dramaturgie

Wenzel Renner

hergestellt im

DEFA-Studio für Spielfilme

Szenenbild

Georg Kranz

Bauausführung

Richard Schmidt

Kostüme

Luise Schmidt

Masken

Willi Gesche
Edeltraut Schöttler

Schnitt

Thea Richter

Ton

Wolfgang Höfer

Filmfotografen

Hans Hatlop
Ferdinand Teubner

Regie-Assistenz

Rosemarie Remlinger

Aufnahmeleitung

Wolfgang Rennebarth
Werner Langer

Musikalische Einrichtung

Wolfgang Hohensee

Produktionsleitung

Willi Teichmann

Kamera

Horst Hardt

Regie

Rudi Kurz

ein Film des

Deutschen Fernsehfunks

Allgemeine Vorbemerkung

Die Major-Sander-Trilogie besteht aus den drei Fernsehfilmen „Der Mann aus Kanada“ (1 Teil, 13.08.1967), „Treffpunkt Genf“ (2 Teile, Erstsendung: 28.01.1968, 30.01.1968) und „Projekt Aqua“ (2 Teile, Erstsendung 07.02.1969 und 09.02.1969). Darin tauchen die Figuren Major Seidel (Rudolf Ulrich), Hauptmann Kranz (Herbert Köfer), Major Sander (Jürgen Frohriep), Oberleutnant Kämpf (Ezard Haußmann) und Leutnant Schütz (Heinz Behrens) auf. Es handelte sich bei diesen von Regisseur Rudi Kurz inszenierten Filmen um so genannte „Kundschafterfilme“. Kundschafter war in der DDR die Bezeichnung für Agenten. Major Sander (Jürgen Frohriep) spielt in allen Filmen einen DDR-Agenten, der in den bundesdeutschen BND eingeschleust wird, und das Ansehen der DDR wahren muss. Während er in „Der Mann aus Kanada“ noch nicht die Hauptfigur wahr, wird er dies in den beiden Folgefilmen, die als Zweiteiler mit großem Aufwand gedreht wurden.
Alle drei Filme basieren auf wahren Begebenheiten und das Ministerium für Staatssicherheit beriet nicht nur die Autoren, sondern arbeitete intensiv am Drehbuch mit. Dies wird explizit im Nachspann erwähnt. In wieweit die Geschichten allerdings der Wahrheit entsprechen, ist heute kritisch zu reflektieren, da in allen Filmen bewusst der Westen (BND und CIA) als „Böse“ und der Osten (MfS) als „Gute“ dargestellt werden. Es wäre zu untersuchen, inwieweit die tatsächlichen Ereignisse zugunsten kommunistischer Propaganda verfälscht wurden. (GP)
 

Inhalt

Es ist Freitag nach Mitternacht. Eine junge Frau wird von einem jungen Mann namens Herbert Riedmüller nach Hause gebracht. Zwei mysteriöse Männer beobachten die beiden aus einem Wagen aus. Die Frau verabschiedet sich und betritt ihr Haus. Riedmüller geht verliebt weiter, denkt an nichts Böses. Da nähert sich ihm einer der Männer aus dem Wagen. Der Mann mit der Sonnenbrille bittet Riedmüller um Feuer. Ein tödlicher Fehler, denn er wird dabei hinterrücks ermordet. Der zweite Mann im Wagen fährt vor und beraubt den Toten seines Ringes und seiner Papiere. Danach wird der Ermordete auf offener Straße liegen gelassen. Die Zeitungen berichten am nächsten Tag groß über den Mord in der Lehnertstraße und spekulieren darüber, wer den Raubmord begangen hat und welche Identität der Tote hat. Eine Identifizierung der Leiche war bisher nämlich nicht möglich. Wenig später wird eine Frau, die sich als Gattin des Kaufmanns Riedmüller ausgibt, im "demokratischen" Sektor von Berlin verhört. Sie gibt vor, in Frankfurt am Main zu wohnen und in der DDR ihre alte Freundin Inge zu besuchen, die nun mit einem Militärflieger verheiratet ist. Als die falsche Frau Riedmüller - sie heißt im wirklichen Leben Margit Steiner - vor Inge steht, ist diese verblüfft zu hören, das sie ihren Stiefbruder Herbert geheiratet hat. Sie kann nicht wissen, dass Margit Steiner eine Westagentin ist, die angeheuert wurde, um ihren Mann abzuwerben und so dem Ansehen der DDR zu schaden. Ziel ist es, Margits Mann Horst zu zwingen, in der BRD zu landen und so Fahnenflucht zu begehen. Der ostdeutsche Geheimdienst bekommt allmählich Wind von der Sache und versucht, den Plan zu vereiteln ... (Text: © GP, Die Krimihomepage, Juli 2011)
 

Kritik

Ein TV-Film, der laut Vorspann auf wahren Begebenheiten beruht und wie eine Folge der westdeutschen Serie "Die fünfte Kolonne" daher kommt. Schauspielerisch ist an dem Film nichts auszusetzen, ideologisch hingegen ist der Film problematisch und zu sehr DDR-Propaganda. Die Westdeutschen sind in dem Film die Bösen, die ostdeutschen Mitarbeiter der Spionage die Guten, denen es gelingt, die gesamte DDR vor den bösen Machenschaften des Westgeheimdienstes zu schützen. Allenfalls fernsehhistorisch interessant. (GP)
 

Zusätzliche Informationen

Erster von drei Filmen, in denen Major Sander vorkommt und der unter Mithilfe und Beratung des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR entstand. Die Geschichte basiert auf einer wahren Begebenheit, wobei äußerst kritisch zu reflektieren ist, in wieweit die wahren Tatsachen zu Gunsten kommunistischer Propaganda verfälscht wurden. Während Major Sander (gespielt von Jürgen Frohriep) hier noch nicht die Hauptrolle spielte, übernahm er in den zwei Folgefilmen (siehe unten) den Hauptpart des in den bundesdeutschen BND eingeschleusten DDR-Agenten.
Jürgen Frohriep (1928-1993) ist den meisten als Oberleutnant Jürgen Hübner im DDR-Krimiklassiker "Polizeiruf 110" bekannt. Der geborene Rostocker absolvierte nie eine professionelle Schauspielerausbildung. Mit einer Hauptrolle in Konrad Wolfs 1959 gedrehten Antikriegsfilm "Sterne" schaffte er über Nacht den Durchbruch, wurde zum beliebten DDR-Star und Mitglied des DEFA-Schauspielensembles. Die Hauptrolle in dem ebenfalls von Rudi Kurz inszenierten "Das grüne Ungeheuer" verhalf dem Schauspieler zu großer Popularität. Mit dessen Hauptdarstellerin Kati Székely war er bis nach der Wende verheiratet. In 65 Fällen (den erst vor kurzem erstausgestrahlten verschollenen Polizeiruf "Im Alter von ..." mit eingerechnet) ermittelte er als souveräner Oberleutnant in der ganzen DDR. Nach der Wende bekam Frohriep allerdings keine Rollenangebote mehr, seine Ehe zerbrach und er litt an Alkoholsucht. Kurz nach den Dreharbeiten zu seinem letzten Polizeirufauftritt 1993, für den man ihn nochmals vor die Kamera zurückholte, starb Frohriep am 13.07.1993.
Der Drehbuchautor, Schauspieler und Regisseur Rudi Kurz (geboren 1921) bescherte dem DDR-Fernsehen mit seinen mehrteiligen Fernsehfilme mehrere Straßenfeger und Publikumserfolge. Nach dem Fünfteiler "Das grüne Ungeheuer" drehte er den in Wien angesiedelten fünfteiligen Fernsehrkrimi "Die Spur führt in den siebten Himmel", in dem ebenfalls Jürgen Frohriep eine entscheidende Rolle spielte. Weitere Erfolge waren etwa "Treffpunkt Genf" (1968) oder "Projekt Aqua" (1969) sowie die dreizehnteiligen Serien "Archiv des Todes" (1980) und "Front ohne Gnade" (1964).
Die Figuren Major Seidel (Rudolf Ulrich), Hauptmann Kranz (Herbert Köfer), Major Sander (Jürgen Frohriep), Oberleutnant Kämpf (Ezard Haußmann) und Leutnant Schütz (Heinz Behrens) tauchten in insgesamt drei DDR-Kundschafterfilmen ("Kundschafter" wurden Agenten in der DDR genannt) auf, die alle von Rudi Kurz inszeniert wurden und laut Vorspann auf wahren Ereignissen beruhten. Es waren dies:

Bilder

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