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Treffpunkt Genf
(Teil 1 und Teil 2)

Klassiker des
Fernsehkriminalspiels

Erstsendung (DFF):

28.01.1968 (Teil 1)
30.01.1968 (Teil 2)

Dauer:

71'39'' (Teil 1)
77'43''(Teil 2)

Regie:

Rudi Kurz

Besetzung (Teil 1)

Major Sander

Jürgen Frohriep

 Kate Alan

Vera Oelschlegel

 Prof. Gerlach

Martin Hellberg

Helene Weihrauch

Gisela Morgen

Dr. Münch

Gert-Michael Henneberg

 Erika Mehnert

Christel Bodenstein

Major Seidel

Rudolf Ulrich

Hauptmann Kranz

Herbert Köfer

 Dr. Hans Werner

Gunter Schoß

Leslie

Helmut Schreiber

 Tacker

Hans Knötzsch

 Müller

Joachim Tomaschewsky

 Hellmer

Otto Stark

 Stock

Werner Röwekamp 

 Oberleutnant Kämpf

Ezard Haußmann

 Leutnant Schütz

Heinz Behrens

 Stange

Siegfried Loyda

 Nolze

Hans Sievers

Dr. Rudolf Hilpert

Wolfgang Brunecker UNCREDITED

eine junge Dame

Ingeborg Schumacher UNCREDITED

ein junger Mann

Jochen Diestelmann UNCREDITED

ein Polizist

Günther Götze UNCREDITED

1. Empfangschef

Horst Gill UNCREDITED

2. Empfangschef

Peter Mertens UNCREDITED

ein Zimmermädchen

Gianina Gilde UNCREDITED

Schalterdame

Ilse Bastubbe UNCREDITED

Aufnahmestab

Ein Fernsehfilm von

Rudi Kurz

Dramaturg

Wenzel Renner

hergestellt im

DEFA-Studio für Spielfilme

Produktionsleitung

Adolf Fischer

Szenenbild

Joachim Otto

Bauausführung

Erich Kilicke
Gerhard Conradi

Kostüme

Luise Schmidt

 Masken

Gerhard Petri
Rosemarie Stäglich

Schnitt

Evelyn Carow
Christel Wolfrum

Ton

Werner Blaß

Kameraassistenz

Jörg Erkens
Richard Günther

Regieassistenz

Günther Götze

Aufnahmeleitung

Martin-Günter Britting

Musik

Wolfgang Hohensee

Kamera

Erich Gusko

Regie

Rudi Kurz

ein Film des

Deutschen Fernsehfunks

Allgemeine Vorbemerkung

Die Major-Sander-Trilogie besteht aus den drei Fernsehfilmen „Der Mann aus Kanada“ (1 Teil, 13.08.1967), „Treffpunkt Genf“ (2 Teile, Erstsendung: 28.01.1968, 30.01.1968) und „Projekt Aqua“ (2 Teile, Erstsendung 07.02.1969 und 09.02.1969). Darin tauchen die Figuren Major Seidel (Rudolf Ulrich), Hauptmann Kranz (Herbert Köfer), Major Sander (Jürgen Frohriep), Oberleutnant Kämpf (Ezard Haußmann) und Leutnant Schütz (Heinz Behrens) auf. Es handelte sich bei diesen von Regisseur Rudi Kurz inszenierten Filmen um so genannte „Kundschafterfilme“. Kundschafter war in der DDR die Bezeichnung für Agenten. Major Sander (Jürgen Frohriep) spielt in allen Filmen einen DDR-Agenten, der in den bundesdeutschen BND eingeschleust wird, und das Ansehen der DDR wahren muss. Während er in „Der Mann aus Kanada“ noch nicht die Hauptfigur wahr, wird er dies in den beiden Folgefilmen, die als Zweiteiler mit großem Aufwand gedreht wurden.
Alle drei Filme basieren auf wahren Begebenheiten und das Ministerium für Staatssicherheit beriet nicht nur die Autoren, sondern arbeitete intensiv am Drehbuch mit. Dies wird explizit im Nachspann erwähnt. In wieweit die Geschichten allerdings der Wahrheit entsprechen, ist heute kritisch zu reflektieren, da in allen Filmen bewusst der Westen (BND und CIA) als „Böse“ und der Osten (MfS) als „Gute“ dargestellt werden. Es wäre zu untersuchen, inwieweit die tatsächlichen Ereignisse zugunsten kommunistischer Propaganda verfälscht wurden. (GP)
 

Inhalt

Teil 1: Bei seinen Forschungen nach einem stärkeren Schädlingsbekämpfungsmittel macht der DDR-Forscher Professor Gerlach eine wichtige Entdeckung: es kann auch als chemischer Kampfstoff verwendet werden! Leider bleibt diese Tatsache nicht geheim und vor allem die „bösen“ Agenten des Bundesnachrichtendienstes der BRD und der CIA wollen an die geheime Formel. Diese wurde mit Gerlachs Assistenten Dr. Werner in die Schweiz zum internationalen Chemikerkongress geschmuggelt. Werner weiß allerdings nichts davon. Die ostdeutsche Staatssicherheit unter der Leitung von Major Seidel hat alle Hände voll zu tun, sowohl Gerlach als auch Werner zu schützen. Zumal müssen sie herausfinden, wer unter den Institutsmitarbeitern ein Verräter ist und geheime Informationen an die Westseite weitergibt.

Teil 2:
Zwei Mordanschläge werden auf den Entdecker der geheimen Formel verübt. Während die Stasi einen Agenten in das Institut einschleust, arbeitet Major Sander als getarnter BND-Agent. Seine Strategie geht auf: er versucht die „bösen“ BND und CIA gegeneinander auszuspielen …

Texte: © GP, Die Krimihomepage, August 2011
 

Kritik

Typischer „Kundschafterfilm“ der DDR (Kundschafter wurden die Agenten genannt) mit all zuviel DDR-Propaganda. Handwerklich wie schauspielerisch ist gegen den Film allerdings nichts einzuwenden.  (GP)
 

Zusätzliche Informationen

Der Film beruht auf wahren Ereignissen, die aber wahrscheinlich DDR-günstig manipuliert wurden. Im Nachspann heißt es nämlich: "Dieser Film wurde nach Tatsachen gestaltet in Zusammenarbeit mit der Pressestelle des Ministeriums für Staatssicherheit".
In Nebenrollen agieren zwei bekannte DDR-Regisseure: Hans Knötzsch (1923-1996), der sich auch als Schauspieler verdient gemacht hat und als Regisseur unter anderem für die beliebten DDR-Reihen "Polizeiruf 110" und "Der Staatsanwalt hat das Wort tätig war" und Werner Röwekamp (1928-1982), der ebenfalls als Schauspieler arbeitete und vor allem die frühe "Polizeiruf 110"-Serie mitgestaltete. Zudem drehte er auch für die Fernsehreihen "Der Staatsanwalt hat das Wort" und "Fernsehpitaval".  
Jürgen Frohriep (1928-1993) ist den meisten als Oberleutnant Jürgen Hübner im DDR-Krimiklassiker "Polizeiruf 110" bekannt. Der geborene Rostocker absolvierte nie eine professionelle Schauspielerausbildung. Mit einer Hauptrolle in Konrad Wolfs 1959 gedrehten Antikriegsfilm "Sterne" schaffte er über Nacht den Durchbruch, wurde zum beliebten DDR-Star und Mitglied des DEFA-Schauspielensembles. Die Hauptrolle in dem ebenfalls von Rudi Kurz inszenierten "Das grüne Ungeheuer" verhalf dem Schauspieler zu großer Popularität. Mit dessen Hauptdarstellerin Kati Székely war er bis nach der Wende verheiratet. In 65 Fällen (den erst vor kurzem erstausgestrahlten verschollenen Polizeiruf "Im Alter von ..." mit eingerechnet) ermittelte er als souveräner Oberleutnant in der ganzen DDR. Nach der Wende bekam Frohriep allerdings keine Rollenangebote mehr, seine Ehe zerbrach und er litt an Alkoholsucht. Kurz nach den Dreharbeiten zu seinem letzten Polizeirufauftritt 1993, für den man ihn nochmals vor die Kamera zurückholte, starb Frohriep am 13.07.1993.
Der Drehbuchautor, Schauspieler und Regisseur Rudi Kurz (geboren 1921) bescherte dem DDR-Fernsehen mit seinen mehrteiligen Fernsehfilme mehrere Straßenfeger und Publikumserfolge. Nach dem Fünfteiler "Das grüne Ungeheuer" drehte er den in Wien angesiedelten fünfteiligen Fernsehrkrimi "Die Spur führt in den siebten Himmel", in dem ebenfalls Jürgen Frohriep eine entscheidende Rolle spielte. Weitere Erfolge waren etwa "Der Mann aus Kanada" (1967) oder  "Projekt Aqua (1969) sowie die dreizehnteiligen Serien "Archiv des Todes" (1980) und "Front ohne Gnade" (1964).
Die Figuren Major Seidel (Rudolf Ulrich), Hauptmann Kranz (Herbert Köfer), Major Sander (Jürgen Frohriep), Oberleutnant Kämpf (Ezard Haußmann) und Leutnant Schütz (Heinz Behrens) tauchten in insgesamt drei DDR-Kundschafterfilmen ("Kundschafter" wurden Agenten in der DDR genannt) auf, die alle von Rudi Kurz inszeniert wurden und laut Vorspann auf wahren Ereignissen beruhten. Es waren dies:

Bilder

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