Die Krimihomepage | Das deutschsprachige Fernsehkriminalspiel | 1976 | Aus nichtigem Anlass

Krimi-Fernsehspiele
1952-1989

Hauptseite

Filme nach Regisseuren

Bereits gesichtet

Filme nach Jahren

Filme alphabetisch

Gästebuch

Kriminalistisches

Deutschsprachige Krimiserien

Francis Durbridge Homepage

Nichtkriminalistisches

TV Serien anderer Genres

Fernsehspiele anderer Genres

Sonstiges

Aufsätze & Co.

Kontakt

Forum

Aus nichtigem anlaß

Erstsendung (ARD):
07.09.1976

Regie:
Eberhard Fechner

Dauer:
93', Farbe

Inhalt

Eine Tiefgarage als Tatort: Karin Wältzing, eine junge Stewardess, wird von einem unheimlichen Geräusch erschreckt. Dann geht es schnell, es knallt fünf Mal und die junge Frau liegt tot am Boden, niedergestreckt von fünf Pistolenkugeln. Die Polizei in Form der Ermittler Fenske, Schaaf und Hoppe, wird eingeschaltet, als Täter wird Ali Matjar festgenommen, ein türkischer Gastarbeiter, der jedoch zu der Tat angestiftet wurde. Polizeidirektor Brand und andere geben einem Interviewer Auskunft darüber, wie es zur Tat und zum Geständnis kam ... (Text: © GP, Die Krimihomepage)

Kritik

Wurde von der Kritik positiv aufgenommen.

Zusätzliche Infos & Hintergrundinfos
Gedreht wurde der Film bereits 1973, Regisseur und Fechner versuchte eine neue Art der Erzähöform: aus Gesprächen mit den in den Mordfall involvierten Personen wird ein Spielfilm zusammenmontiert. Drei Jahre lagerte er in den Archiven aufgrund zu klärender juristischer Probleme, ehe er erst 1976 gesendet wurde. Rolf Schimpf war mit Eberhard Fechner eng befreundet und spielte in fast allen seiner Filme mit.
Das Hamburger Abendblatt schrieb am 07.09.1976 (Nr. 208, Seite 8): "Dem Hamburger Eberhard Fechner verdankt das deutsche Fernsehen - ARD wie ZDF - Filme, die formal und inhaltlich völlig neue Perspektiven eröffnet haben. Aber was immer Fechner auch Neues versucht hat - dokumentarische Montagen etwa mit "Klassenfoto" oder "Nachrede auf Klara Heydebreck", halbdokumentarische Spielfilme wie "Frankfurter Gold" oder "Tadelloser & Wolff": im Mittelpunkt seiner Bemühungen stand stets der Mensch: für Fechner tatsächlich das unbekannte, immer neu zu ergründende Wesen.
"Was ist der Mensch?" diese für ihn zentrale Frage wollte Eberhard Fechner eigentlich als Titel über den Film setzen, der heute als neueste Arbeit des Autor-Regisseurs im ARD-Programm erscheint. Tatsächlich ist die Produktion, die jetzt "Aus nichtigem Anlaß" heißt, jedoch schon vor "Tadelloser & Wolff" entstanden. Für Eberhard Fechner selbst hat sie indes eine zeitlose Bedeutung: "Dies ist ein ganz wichtiger Film für mich, ohne den ich "Tadelloser & Wolff" nicht hätte machen können."
"Aus nichtigem Anlaß" ist nicht Dokumentation und nicht Spielfilm. Es ist eine mit neuartiger Fragetechnik entwickelte Analyse der Beweggründe, die Menschen veranlassen können, aus der gesellschaftlichen Norm auszuscheren und - zum Beispiel - einen Mord zu planen.
Für seinen Modellversuch hat Eberhard Fechner das Tatsachengerüst eines länger zurückliegenden Kriminalfalles genommen, bei dem ein Gastarbeiter von seinem vorgesetzten Bautechniker überredet wird, dessen Frau umzubringen. Die Frau überlebte, aber das war für Fechner nur insofern von Interesse, als er auch sie in die fiktive Reihe jener Personen aufnehmen konnte, die er in dem Film zu Wort kommen lässt.
Denn das ist die neue Technik: Nicht der genaue Tathergang wird rekonstruiert, sondern Schauspieler und Laien werden als vermeintliche Beteiligte zur Vorgeschichte und zum Hergang der Tat befragt. Aus den unterschiedlichen Antworten auf die von Fechner geschriebenen, einzeln gedrehten und erst am Schneidetisch zum kontinuierlichen Film montierten Interviews bilden sich die Strukturen heraus, die die Handlungen motivieren.
Der "Schuldige", dargestellt von Helmut Lohner, entschlüsselt in seinem erkenntnisreichen Schlusswort aus dem Gefängnis das ganze Dilemma der schwachen Menschheit: der Charakter, der geht bis zu einer Schallgrenze, und davor hält jeder an. Nur ab und zu springt einer über...".
Stab

 

Besetzung Aufnahmestab
Interviewer Rolf Schimpf
Ullrich Wältzing Helmut Lohner
Karin Wältzing Susanne Beck
Kurt Georg Streiter Kurt Beck
Anneliese Streiter Edda Seippel
Ali Matjar Kenan Kormaz
Peter Schinsky Peter Schlapp
Gerda Schinsky Ilse Bally
Günzel Uwe Dallmeier
Prof. Dr. Waldeck Otto Kurth
Prof. Dr. Ahlgrimm Karl Lieffen
Rosa Lehmbacher Sonja Karzau
Bernd Feske Til Erwig
Dahme Henning Gissel
Hoppe Klaus Herm
? Ernest Lenart
? Thomas Schiestl
? Henning Schlüter
Buch Eberhard Fechner
Kamera Bernd Schofeld
Schnitt Brigitte Kirsche
Regieassistenz Jannet Gefken
Szenenbild Herbert Kirchhoff
Regie Eberhard Fechner
eine Produktion des Norddeutschen Rundfunks

Diese Seite wurde zuletzt bearbeitet am: 26.10.2014

E-Mail: krimiserien - at - hotmail.com | Die Krimihomepage 2000 - 2014

Besucher seit dem 29.10.2009: Hit Counter by Digits