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Inspektor Hornleigh greift ein

Besetzung

Inspektor John Hornleigh Helmut Peine
Sergeant Bingham Wolfgang Forester
Sergeant Smith Horst Breitkreuz
Molly Hornleigh Inge Schmidt
der Gastgeber Paul Klinger

Aufnahmestab

Buch John P. Wynn
Kamera Bruno Stephan
Jochen Degler
Schnitt Alexandra Anatra
Ton Karl Nïess
Musik Kurt Herrlinger
gespielt vom Kölner Tanz- und Unterhaltungsorchester
Dirigent Adalbert Luczkowski
Produktionsassistenz Eberhard Forck
Regieassistenz Manfred Brückner
Kostüme Ingrid Bütow
Szenenbild Alfred Bütow
Alfons Windau
Produktion und Regie Hermann Pfeiffer
eine Produktion des Westdeutschen Rundfunks WDR

zusätzliche Angaben

Dauer/ Folge ca. 60-70 Minuten, schwarz/weiß

Die Reihe "Inspektor Hornleigh greift ein" war fast so etwas wie die allererste interaktive TV-Sendung. Der Scotland-Yard-Inspektor Hornleigh (Helmut Peine) ermittelt in verschiedenen Kriminalfällen. Bevor er die Tat aufklärt wird die Sendung unterbrochen. Zeit für die Zuschauer, selbst nach dem Täter zu suchen. Alle Episoden haben eine Rahmenhandlung. Paul Klinger zeigt sich als Gastgeber einer kleinen privaten Abendgesellschaft, der er die Fälle Hornleighs vorführt. Vor der Aufklärung lässt er gemeinsam mit ihnen die verdächtigen Personen nochmals Revue passieren. Danach hat der Zuschauer zwei Minuten Zeit, seine Überlegungen anzustellen. In diesen zwei Minuten werden die Bilder der Verdächtigen nochmals gezeigt, dazu erklingt Musik. Erst dann wird die Lösung präsentiert. Die sehr britisch anmutende Reihe erlaubt es dem Zuschauer tatsächlich zu kombinieren, denn einer der Verdächtigen verrät sich stets während der Befragungen. Natürlich ist alles äußerst gefinkelt, so dass es nicht zu leicht fällt, auf den richtigen Täter zu tippen. Inspektor Hornleigh klärt den Fall am Ende in allen Details auf und es gibt in jeder Folge eine schöne klassische Rückblende, wie die Tat geschah.
Dieses Konzept wurde sechs Jahre später ähnlich für die Reihe "Dem Täter auf der Spur", die allerdings auf der französischen Serie "Les cinq dernières minutes" beruht, übernommen. Nach Sichtung von "Inspektor Hornleigh greift ein" scheint es aber klar zu sein, dass auch diese französische Reihe von "Inspektor Hornleigh" beeinflusst wurde. Empfohlen wurden die einzelnen Folgen von der Presse damals ab 16 Jahren.
Paul Klinger stellt seinen Gästen Inspektor Hornleigh wie folgt vor: "Superdetektive gibt es nur in billigen Kriminalromanen. Unser Inspektor Hornleigh leistet wirkliche Arbeit. Der Erfolg seiner Arbeit basiert auf einer gründlichen Schulung, auf einer beruflichen Erfahrung, auf einer sehr scharfen Beobachtungsgabe und viel viel Fleiß".
Die vier Folgen, die im Vor- und Nachspann keinen Titel tragen, sind absolut empfehlenswerte klassische Krimiunterhaltung. Die Tatsache, dass alles auf Film gebannt wurde, macht die Serie umso sympathischer und sie erstrahlt in der 2011 erschienenden DVD-Veröffentlichung von Pidax Film (www.pidax-film.de) in unglaublich guter Bild- und Tonqualität. Der Produktion ist es gelungen, eine absolut britische Atmosphäre zu schaffen, dafür sorgen unter anderem die zwischendurch eingespielten Londonbilder - Themse, Big Ben und das Scotland-Yard-Gebäude dürfen in einem klassischen Krimi natürlich keinesfalls fehlen - und die Szenenbilder von Alfred Bütow und Alfons Windau, die ihr Können auch bei den Durbridge-Verfilmungen des WDR unter Beweis stellten. Überhaupt holte Produktionsverantwortlicher und Regisseur Hermann Pfeiffer für "Inspektor Hornleigh" eine Reihe von Schauspielern in Gastrollen vor die Kamera, die aus WDR-Durbridge-Produktionen (Fernsehfilm oder Hörspiel ("Paul Temple")) bestens bekannt sind: Siegfried Wischnewski, Manfred Heidmann, Alf Marholm, Werner Schumacher, Alwin Joachim Meyer, Manfred Inger, Irmgard Först, Magda Hennings, Kurt Faber, P. Walter Jacob, Gerhard Becker, Friedel W. Bauschulte, Bernd M. Bausch, Alfred Abel-Adermann, Frank Barufski, Caspar Brünninghaus sowie Joachim Teege.
Die Drehbücher stammen vom Briten John P. Wynn und wurden in England zuvor schon von der BBC verfilmt. Inspektor Hornleigh kam vierzehntäglich auf die Bildschirme der Zuschauer und zwar freitags kurz vor 21 Uhr. Warum die Serie nicht weiterproduziert wurde ist heute wohl kaum nachvollziehbar, wahrscheinlich war sie zu teuer, zumal man außerdem deutschen Krimiserien 1961 noch keine Chance gab. Da musste erst "Der Kommissar" kommen. Und dennoch kann man sagen, dass "Inspektor Hornleigh" der allererste Serienermittler in einer deutschen Fernsehserie war.
Inspektor Hornleigh gab es übrigens schon zuvor als Kinofigur. 1939 und 1941 entstanden die Filme "Inspector Hornleigh on Holiday" und "Inspector Hornleigh Goes to It" sowie in Frankreich ebenfalls 1939 "L'inspecteur Hornleigh".
Regie führte Hermann Pfeiffer (1902-1969), der als Regisseur vier Kino und drei weitere TV-Filme (darunter "Der Raub der Sabinerinnen" (1959) drehte. Pfeiffer war aber auch Darsteller und spielte in Nebenrollen in rund 100 Spielfilmen mit. Außerdem kümmerte er sich für den WDR um die Produktion, so war er verantwortlicher Produktionsleiter bei dem Francis-Durbridge-Klassiker "Das Halstuch" (1961). Hauptdarsteller Helmut Peine (1902-1970) trat in rund 20 Kinofilmen auf, spielte in mehreren "Stahlnetz"-Folgen als Ermittler mit und war auch bei "Sir Arthur Conan Doyle/Sherlock Holmes" (1967/68) mit von der Partie. Zu sehen war er außerdem in "Die Nibelungen" (1966) und in "Münchhausen" (1966). Den meisten Krimifans wird er als Dr. Linderhof in dem Durbridge-Klassiker "Die Schlüssel" (1964) bekannt sein.


Text © GP, Die Krimihomepage

Episodenliste/ Episodenführer
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Nr. Titel Erstsendung (ARD) Dauer

Inspektor Hornleigh greift ein

1

Der Mann aus Tanganjika 26.05.1961 (Freitag) 20 Uhr 40 68'09''
2 Der Schuss fiel gegenüber 16.06.1961 (Freitag) 20 Uhr 40 49'11''
3 Zwei Stühle mit Vergangenheit 07.07.1961 (Freitag) 20 Uhr 40 55'38''
4 Mord ohne Motiv 04.08.1961 (Freitag) 20 Uhr 55 63'30''
             

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