Die Krimihomepage | Der Mann ohne Schatten | Hintergrundinformationen

Über
die Serie

Hintergrund-
informationen

Stab
& Besetzung

 

alle
Episoden

1.
Das Monster

2.
Königsmord

3. Der Tod fährt
erster Klasse

4.
Eine Bagatelle

5. Die Ratte und
das Mädchen

6.
Der Mörder

7.
Der Auftrag

8.
Die Entführung

9. Die Wahrheit
wissen nur die Toten

10.
Der Bomber

11.
Der Spion

12.
Idealisten

13.
Alte Gewohnheiten

14.
Zwei Feinde

15. Der Mörder
unseres Vaters

DER MANN OHNE SCHATTEN - HINTERGRUNDINFORMATIONEN

Mit der Idee zu "Der Samurai", so der ursprüngliche Titel der Serie, die Wege ins Verbrechen aufzeigen sollte, ging Produzent Helmut Ringelmann zunächst auf seinen Haussender, das ZDF zu. Doch dort hatte man weder Sendeplatz noch Geld dafür. Also wurde die Reihe für RTL produziert. Mit der Serie rund um den Headhunter Igor Kuhlin, einem Buddhisten und Liebhaber asiatischen Kampfsports, wollte der erfolgsverwöhnte Ringelmann ("Derrick", "Der Alte", "Der Kommissar", "Polizeiinspektion 1", "Unsere schönsten Jahre", "Siska" ...) "eine neue Farbe in die deutsche Krimi-Landschaft bringen", wie er es selbst mal ausdrückte. Seine Mischung aus "Kampfsport und Psycho" wurde lange vorbereitet, im Frühjahr 1994 starteten die Dreharbeiten zur ersten Folge. In diesem Jahr, in dem sich seine Hausregisseure Günter Gräwert und Zbyněk Brynych den Regiesessel teilten, wurden fünf Folgen produziert. 1995 kamen sechs weitere hinzu, 1996 nochmals vier. Parallel zur Ausstrahlung der Serie, von der zuerst nur sechs Folgen gezeigt werden sollten, wurden im Jahr 1996 noch 4 Filme (Februar, März, April, Mai) gedreht. Anstelle der angekündigten sechs Folgen der ersten Staffel, wurden dann aber gleich alle 15 Filme gesendet. Zunächst war geplant, dass man - bei passender Quote - die anderen Filme gleich an die erste Staffel anhängt. In Wirklichkeit dürfte man die Filme aber einfach "weg gesendet" haben, denn schon noch einigen Episoden war klar, dass "Der Mann ohne Schatten" nicht der Publikumsrenner war, denn man sich erhofft hatte. Dabei hatte es Produzent Helmut Ringelmann so gut gemeint. Er sagte damals auf Einschaltquoten angesprochen: "Ich bin doch kein Quotenkonstrukteur. Der Zuschauer hat ein Recht auf Qualität und die liefere ich. Ich lehne es ab, den Zuschauer billig zu bedienen". Die Voraussetzungen dafür waren auch gegeben: nur hochkarätige und renommierte Profis arbeiteten an der Serie. Als Regisseure neben Günter Gräwert und Zbyněk Brynych, dessen Episode "Der Bomber" (als achte Geschichte im Frühjahr 1995 produziert) seine letzte war, ehe er am 24. August des gleichen Jahres starb, Ringelmanns langjährige Wegbegleiter Jürgen Goslar und Dietrich Haugk sowie Franz Peter Wirth und Gero Erhardt. Acht der fünfzehn Bücher wurden von Volker Vogeler ("Der Alte") verfasst. Die weiteren lieferten Paul Hengge, der in den späten 1960ern und frühen 1970ern die Drehbücher für die Edgar-Wallace-Reihe der Rialtofilm schrieb (u. a. "Der Mann mit dem Glasauge", "Das Gesicht im Dunkeln", "Das Rätsel des silbernen Halbmonds"), Regisseur Günter Gräwert, der 49 "Alte"-Folgen, sowie unzählige "Derrick" und "Polizeiinspektion 1"-Folgen in Szene setzte und Herbert Reinecker (97x "Der Kommissar", 281x "Derrick"). Weitere Drehbücher lagen bereits vor, neben Geschichten von Herbert Reinecker auch welche, die Regisseur Jürgen Goslar geschrieben hatte, die aber aufgrund der Einstellung der Serie nicht mehr realisiert wurden. Was genau für die Einstellung (doch wohl die Quoten) der Reihe verantwortlich war, ist heute nicht ganz nachvollziehbar. Helmut Ringelmann äußerte sich über die Erfahrungen mit RTL und "Der Mann ohne Schatten" in Die Liste (12/2007, S. 15) wie folgt: "Es war eine erfreuliche Erfahrung, ein sehr gutes Verhältnis". Regisseur Jürgen Goslar erzählte der Krimihomepage in einem Interview, dass sich RTL und die Produktion nicht verstanden hätten und dass deshalb die weiteren Bücher nicht mehr verfilmt wurden.
Alle Beteiligten waren jedenfalls von "Der Mann ohne Schatten" überzeugt. Ganz groß wurde alles aufgezogen, auf 35mm Kinoformat gedreht, das ein intensiveres Licht- und Schattenspiel ermöglichte und Produzent Ringelmann, der bei seiner Arbeit übrigens von seiner Frau Evelyn Opela, die als Mitproduzentin fungierte, unterstützt wurde, konnte anders als bei "Derrick" und "Der Alte" seinen Protagonisten endlich ein Privatleben gönnen. Dies war auch deshalb möglich, weil man statt der üblichen 60 Minuten nun erstmals 75 Minuten zur Verfügung hatte und damit eine viertel Stunde mehr Zeit, um eine Geschichte zu entfalten und Spannung aufzubauen.
Gerd Böckmann, der hier seine erste Serienrolle spielte und damals sechs Jahre älter war, als Igor Kuhlin, den er spielte, meinte zur Berliner Zeitung am 4.3.1996 zu der Produktion: "Ich würde mich freuen, wenn junge Zuschauer erkennen, dass unser Gehirn eine Waffe ist. Vielleicht sogar die beste, die wir haben."
Schließlich ist noch zu bemerken, dass der Umstand, das RTL die Folgen nicht in der Produktionsreihenfolge, sondern wild durcheinander sendete (die erstproduzierte Folge wurde als siebente gezeigt, die erstgesendete war die zwölfte (!) in der Produktionsreihenfolge) das Publikum auch verwirrte. So erschienen bereits eingeführte Figuren als unbekannt und auch die Rollenlegende von Igor Kuhlin kam durcheinander, als dieser in Folge 7 (eigentlich also in der erstproduzierten) plötzlich von einem Jahr in Japan zurückkam. Nur zu dumm, dass auf dieses Jahr bereits in einer vorher ausgestrahlten Episode Bezug genommen wurde. Auch die privaten Verhältnisse von Bruno Kuhlin (Christian Berkel) kamen völlig durcheinander, wurde doch die 5. produzierte Folge, in der er heiratet, erst als 11. gezeigt. Folgende Zahlenreihe macht sichtbar, wie wild RTL die Folgen mixte (siehe auch "alle Folgen", wo sich die Episodenliste in der Originalproduktions- und in der Sendereihenfolge findet). Gesendet wurde nach der Produktionsreihenfolge: Foleg 12, 7, 6, 9, 10, 4, 1 (an siebter Stelle!!!), 2, 3, 8, 5, 11, 13, 14, 15. Wie man sieht, wurden nur die letzten drei Folgen, die beim Start der Ausstrahlung noch nicht abgedreht waren, in richtiger Reihenfolge gezeigt.
Im Vorfeld der Reihe wurde damals übrigens auch ein rund 25minütiges Making Of gezeigt, das in die Serie einführte und in dem die drei Hauptdarsteller Gerd Böckmann, Christian Berkel, Evelyn Opela und Helmut Ringelmann zu Wort kamen.
Wie bei Helmut Ringelmann üblich, sind die Rollen grandios durch besetzt. Nicht nur, dass damals auch als Insidergags Schauspieler aus Ringelmanns anderen Serien "Derrick" und "Der Alte" mit dabei waren (Markus Böttcher sowie "Berger" Willy Schäfer und "Doc" Ulf J. Söhmisch beide gemeinsam in einer Folge), auch Darsteller zukünftiger Serienhauptrollen waren hier schon mit dabei: aus "Siska" Peter Kremer, Werner Schnitzer und Frank te Neues, aus "Der Alte" Pierre Sanoussi-Bliss. Darüber hinaus sah man in Gastrollen unter anderem in willkürlicher Reihenfolge: Michael Mendl, Susanne Uhlen, Ernst Jacobi, Christian Kohlund, Gerd Anthoff, Claude-Oliver Rudolph, Peter Ehrlich, Maria Becker, Cordula Trantow, Manfred Zapatka, Gerd Baltus, Maria Furtwängler, Sissy Höfferer, Lisa Kreuzer, Karlheinz Hackl, Joachim Kemmer, Uwe Friedrichsen, Eleonore Weisgerber, Wilfried Hochholdinger, Udo Thomer, Jacques Breuer, Christoph Bantzer, Roswitha Schreiner, Christina Plate, Irene Clarin, Wolf Roth, Christiane Krüger, Hanno Pöschl Hanns Zischler, Michael Maertens, Sandra Cervik, Günther Kaufmann, Hans Dieter Zeidler, Lambert Hamel, Daniel Friedrich, Udo Schenk, Veit Stübner, Rudolf Wessely, Volker Lechtenbrinck, Gunter Schoss, Peter Kuiper, Elisabeth Wiedemann, Udo Vioff, Oliver Hasenfratz, Edwin Noël, Esther Haußmann, Monika Baumgartner, Werner Asam, Kurt Weinzierl, Will Danin, Walter Renneisen, Dirk Galuba, Ulli Kinalzik, Michael Gahr, Sepp Wäsche, Christine Buchegger, Jeannine Burch, Michael Zittel, Peter von Strombeck, Hannes Kaetner, Imo Heite, Holger Petzold, Gaby Herbst, Robert Jarczyk, Werner Schulenberg, Gert Burkard, Christine Roßbach, Peter Bertram, Erland Erlandsen, Jessica Kosmalla, Barbara Kutzer, Christoph Eichhorn, Carolin Fink, Michael Brennecke, Christiane Hammacher, Franjo Marinčić, Carin C. Tietze, Günter Clemens, Margot Mahler u. v. a. Schließlich hat auch Autor Volker Vogeler in einer Folge als Kommissar mitgespielt.
Text: © GP, Die Krimihomepage, März 2013
 

Einige Fragen an Helmut Trunz, Komponist und Kameramann bei "Der Mann ohne Schatten"

Helmut Trunz war an der 15teiligen Serie intensiv beteiligt: er war Kameramann der ersten Folge, vertonte 14 der 15 Geschichten und lieferte die Titelmusik(en). Im März 2013 war er so nett, der Krimihomepage für das umfangreiche Update zu "Der Mann ohne Schatten" einige Fragen zu beantworten. Weitere Informationen sowie einige seiner Kompositionen (unter anderem die Titelmusik) kann man sich auf seiner Homepage www.trunz.com anhören.

Sie haben die Titelmusik komponiert. Gab es diesbezüglich irgendwelche Vorgaben seitens des Produzenten oder hatten Sie freien Spielraum?
Helmut Trunz: Es gab k
eine Vorgaben.
Haben Sie mehrere Melodien als Titelthema vorgeschlagen?
Helmut Trunz: Nein.
Kannten Sie schon einige Folgen, bevor Sie die (Titel)musik komponiert haben oder geschah das vorher?
Helmut Trunz: Die erste Folge habe ich als Kameramann gemacht und danach die Musik dazu, dabei die Titelmusik.
Es gibt ja eigentlich zwei Themen: das kurze, rasante während des Vorspanns und das langsame, klassisch anmutende Thema am Ende (in der Folge „Der Auftrag“ spielt dieses Bruno Kuhlin sogar auf der Mundharmonika). Wie kam es zu den beiden unterschiedlichen Themen?
Helmut Trunz: Keine Ahnung mehr.
Haben Sie jeden einzelnen Film extra vertont oder anfangs verschiedene Melodien abgeliefert, die dann nach Wunsch eingespielt werden konnten?
Jeder Film wurde extra vertont. Das Bild läuft im Studio synchron zur entstehenden Musik. Erst die Melodie, dann die Instrumentalisierung.
Wie lange dauerte die Vertonung einer Episode?
Helmut Trunz: Ich hatte ca. zwei bis drei Wochen Zeit.
Hat Helmut Ringelmann jeden Musikbeitrag „absegnen“ müssen oder hatten Sie freie Hand?
Helmut Trunz: Ich hatte freie Hand nach Vorbesprechung mit dem jeweiligen Regisseur.
Wie viele Episoden wurden pro Jahr produziert?
Helmut Trunz: 1994 fünf Folgen, 1996 sechs Folgen und 1996 vier Folgen. Den letzten Film konnte ich terminlich nicht wahrnehmen.
Wie lange war Drehzeit für eine Episode?
Ich glaube reine Drehzeit war 14-15 Tage, also drei Wochen, wie auch bei Derrick.
Wissen Sie noch, ab wann klar war, dass nicht weiter produziert wird? Warum?
Helmut Trunz: Nach der Sendung einiger Folgen. Durch die falsche Reihenfolge der Folgen (die erste Folge wurde an dritter [A. d. R.: an siebter!] Stelle gesendet usw.) und die langen Werbepausen fanden sich die Zuschauer nicht mehr zurecht, wer der Gute und wer der Böse ist.
Sie waren Kameramann bei der erstproduzierten Folge „Der Auftrag“ . Können Sie sich noch an den ersten Drehtag erinnern?
Helmut Trunz: Der lief wie alle erste Drehtage, nicht mit Volldampf, man muss sich ja erst kennenlernen, das Programm wird immer meist klein gehalten.
Inwiefern hat Ihnen der Regisseur Günter Gräwert Freiheiten bei der Bildgestaltung gelassen?
Helmut Trunz: Der Bildausschnitt wird immer besprochen, auch die Blickrichtung, die Fahrt, weil es ja auch einen Schnitt gibt.
In „Der Auftrag“ gibt es sehr viele Kamerafahrten und durchgedrehte Einstellungen, durch die alles viel dynamischer wirkt. War das Ihre Idee?
Helmut Trunz: Man bringt immer viele Ideen ein, Film ist Teamarbeit.
Die Serie wurde auf 35mm im Kinoformat gedreht. Als Laie gefragt: was ändert sich dadurch für den Zuschauer oder was unterscheidet dieses Produktionsverfahren von den gängigen TV-Produktionen?
Helmut Trunz: 35mm ist besser als 16mm und lässt sich international besser vermarkten. Das wird der Grund gewesen sein. Damals gab es noch keine Digitalaufnahmetechnik.
Hatte die Serie von Anfang an den Titel „Der Mann ohne Schatten“ oder bei Drehstart noch den Arbeitstitel „Der Samurai“?
Helmut Trunz: Meine Verträge lauteten von Anfang an auf "Mann ohne Schatten".
Wie war Günter Gräwert als Regisseur?
Helmut Trunz: Sehr nett, schnell, humorig und er konnte gut mit Schauspielern umgehen. Er schaute fast nie durch die Kamera, sondern konzentrierte sich auf das Spiel.
Hatten Sie die Musik für diesen Film schon vorher komponiert/ im Kopf oder ist Sie ihnen während des Drehens der einzelnen Szenen "eingefallen"?
Helmut Trunz: Das fällt einem beim Betrachten der Szenen ein
Warum haben Sie keine weiteren Folgen als Kameramann gedreht?
Helmut Trunz: Ich zog es vor, die Musik zu machen - beides war nicht möglich, denn während die einen drehen, arbeitete ich an der Musik der letzten Folge.
Oft sucht sich ein Regisseur seinen Komponisten aus. Bei „Der Mann ohne Schatten“ haben Sie bis auf eine Folge (Episode 15: hier war Andreas Dicke der Komponist) alle Episoden vertont. War das, um der Serie ein einheitliches Klangbild zu geben?
Helmut Trunz: Natürlich, es sollte eine Handschrift haben, den letzten konnte ich zeitlich nicht schaffen.
Wie war die Zusammenarbeit mit den Regisseuren was den Einsatz von Musik betrifft? Hatten Sie freie Hand oder hatten Sie genaue Vorgaben?
Helmut Trunz: Es hat selbstverständlich immer eine Musikbesprechung gegeben, mit mehr oder weniger Vorgaben seitens des Regisseurs, dennoch hat man beim "Mann ohne Schatten" viel Freiheit in der Gestaltung gehabt - es gab nie Änderungswünsche.

Diese Seite wurde zuletzt bearbeitet am: 27.03.2012

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